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23.3.2012

Programmausschuss-Vorsitzende kündigt Arbeitsgruppe an

Die Vor­­sit­­­zen­­­de des WDR-Pro­­­gramm­­­aus­­­schus­­­ses Pe­­­tra Kam­­­mer­­­e­­­vert (SPD) hat am Mitt­­­woch, 21. März, im „Köl­­­ner Stadt­­­an­­­zei­­­ger“ die Bil­­­dung ei­­­ner Ar­­­beits­­­grup­­­pe an­­­ge­­­kün­­­digt, die in Zu­­­sam­­­men­­­ar­­­beit mit der WDR-Hör­­­funk­­­di­­­rek­­­tion die nächs­­te Sit­­zung des Gre­­miums vor­­be­­rei­­ten soll. Die Pro­­­gramm­­­re­­­form, so Kam­­­mer­­­e­­­vert im Köl­­ner Stadt­­an­­zei­­ger, kön­­­ne man „nicht ewig auf­­­schi­e­­ben“. Am Tag zu­­vor, am 20. März, war im WDR-Pro­­­gramm­­­aus­­­schuss die Dis­­­kus­­­sion über die von der WDR-Ge­­schäfts­­lei­­tung ge­­plan­­te Pro­­­gramm­­­re­­­form des Kul­­tur­­ra­­dios WDR 3 we­­­gen ei­­­ner Er­­­kran­­­kung des Hör­­­funk­­­di­­­rek­­tors ver­­­tagt und die Bil­­dung der Ar­­beits­­gru­p­­pe be­­schlos­­sen wor­­den. Nach In­­for­­ma­­tio­­nen der „Ra­­dio­­ret­­ter“ wird sie sich am 2. April kon­­sti­­tu­­ie­­ren.
Die Ini­­ti­­a­­ti­­ve hält ei­­ne Ar­­beits­­grup­­pe der Kon­­troll­­gre­­mien Rund­­funk­­rat bzw. Pro­­gramm­­aus­­schuss für pro­­ble­­ma­­tisch, wenn die­­se Ar­­beits­­grup­­pe nur mit der WDR-Ge­­schäfts­­lei­­tung zu­­sam­­men­­ar­­bei­­tet und so die Zu­­stän­­dig­­kei­­ten ver­­wischt wer­­den. Sie plä­­diert für ei­­ne Ar­­beits­­grup­­pe, die un­­ab­­hän­­gig von der WDR-Ge­­schäfts­­lei­­tung und de­­ren ein­­sei­­ti­­gen In­­ter­­es­­sen bleibt &‐ und Ver­­tre­­ter der Ini­­ti­­a­­ti­­ve, der Re­­dak­­teurs­­ver­­tre­­tung und der freien und fes­­ten Pro­­gramm­­ma­­cher, aber selbst­ver­ständ­lich auch die WDR-Ge­­schäfts­­lei­­tung in die Be­­ra­­tun­­gen ein­­be­­zieht. Zu der ge­plan­ten wie zu den vo­ran­ge­gan­ge­nen Re­for­men auf WDR 3 gibt es Hun­der­te von De­tail­fragen. Ein gro­ßer Teil da­von liegt dem Pro­gramm­aus­schuss in­zwi­schen schrif­tlich vor. Zu­nächst aber gibt es ei­ne Rei­he von grund­sätz­li­chen Fra­gen, auf die In­ten­danz und Hör­funk­lei­tung bis­lang eben­falls je­de Ant­wort schul­dig blei­ben: Wa­rum die­se über­stürz­te „Reform“? Wa­rum die Öf­fent­lich­keit tau­sen­der Hö­rer und vie­ler Kul­tur­schaf­fen­der nicht zu Wort kom­men las­sen? Wa­rum die Chance zer­stö­ren, ei­ne ein­ge­hen­de De­bat­te über Auf­ga­ben und For­men des öf­fent­lich-recht­li­chen Rund­funks und sei­ner Kul­tur­pro­gram­me zu füh­ren – um dann die rich­ti­gen Schluss­fol­ge­run­gen da­raus zu zie­hen? All dies wür­de nicht zu­letzt zu ei­ner Stär­kung des öf­fent­lich-recht­li­chen Rund­funks bei­tra­gen. Er wä­re zur Sa­che der Öf­fent­lich­keit selbst ge­wor­den. Und was wä­re wün­schens­wer­ter?